Freitag, 18. Oktober 2013

Rezension: Wer ins kalte Wasser springt, muss sich warm anziehen


Bevor ich heute nach einem wunderschönen sonnigen Herbsttag von meinem letzten Buch berichte, welches ich während unseres Island-Urlaub gelesen hatte, möchte ich zunächst einmal allen von Herzen danken, die so liebe Worte bezüglich meines Bloggeburtstages hinterlassen haben. Ich bin so begeistert, gerührt und überwältigt von so lieben Kommentaren, so dass ich seit Tagen mit einem breiten Grinsen durch die Straßen laufe. Ihr habt mir die Woche wirklich wunderbar versüßt. 


Genauso herzerwärmend ist heute auch das Buch, was ich euch vorstellen möchte. Letztlich überzeugte mich dieser Roman nicht durch meisterhaft geschriebene Worte, sondern durch seine Gelassenheit, die mein Herz erfreut und mich zum Schmunzeln gebracht hat: "Wer ins kalte Wasser springt, muss sich warm anziehen."

Rahmendaten:
Autoren: Julia Bähr und Christian Böhm
Verlag: blanvalet
Seiten: 347
ISBN: 978-3-442-38024-4

Zum Inhalt:
Luisa und Mark sind seit einem Jahr zusammen. Beide halten es für den perfekten Zeitpunkt, um in ihrer Beziehung den nächsten Schritt zu wagen. So geht für beide ein Wunsch in Erfüllung, als Mark allen Mut zusammenfasst und Luisa einen Heiratsantrag macht. Mit großer Vorfreude starten die beiden in die Vorbereitungen ihrer Hochzeit, doch weder Luisa noch Mark hätten gedacht, dass vor dem Fest der Liebe ihr Leben ganz schön auf die Probe gestellt werden könnte. Da ist Luisas Vater, der gar nicht mit Mark an der Seite von Luisa sehen möchte. Da ist der engste Freund von Mark, der plötzlich große Probleme bekommt. Und da ist die ungewisse berufliche Zukunft Luisas, welche alles umkrempelt. So rückt die Hochzeit immer weiter in die Ferne...

Zu den Autoren:
Julia Bähr ist freie Journalistin und lebt in München. Sie selbst findet, dass jeder Mensch zumindest einmal im Leben heiraten sollte - schon allein wegen des Glücksgefühls beim Anblick einer dreistöckigen Torte. Für Christian Böhm, ebenfalls Journalist, ist Hochzeit dagegen kein Must-Have. Liebe sei ein seltsames Spiel mit nicht immer gutem Ausgang. Beide haben den Spaß am Geschichten schreiben und ihr Handwerk an der Deutschen Journalistenschule erlernt. 


Rezension:
Das besondere an dem Buch ist eindeutig die Schreibweise, denn Luisa und Mark berichten abwechselnd von den Geschehnissen um sie herum. Kurz bevor die beiden zu einem Wochenendurlaub auf Sylt aufbrechen, macht sich Luisa Gedanken um ihre gemeinsame Zukunft mit Mark. Wenn er nicht bald einen Antrag macht, muss sie sich überlegen, ob sie nicht doch einen anderen Traummann suchen muss, mit dem sie ihre Zukunftspläne schmieden kann. Mark wiederum hat den Verlobungsring bereits in der Tasche und lediglich Angst vor der möglichen Antwort Luisas oder ob er überhaupt schon bereit dafür ist, sich auf ewig zu binden. So ziehen sich die wechselnden Sichtweise quer durch die Geschichte. Es kommt zu typischen Situationen zwischen Mann und Frau, die beinahe jeder bereits in einer langjährigen Beziehung erlebt hat und über die man als Leser lachen kann. Eine Ex-Freundin, die einfach um die Ecke spaziert und plötzlich eine Konkurrenz darstellt? Ein sorgender Vater, der den Schwiegersohn ins Spe nicht anerkennen kann? Beste Freundinnen und Freunde, die in jeder Situation im Leben an der Seite sind? Alles vorstellbar. 
Auch kommt es zu Missverständnissen, die die beiden einfach klären könnten, würde man die Gedanken des anderen lesen können. Als Betrachter der Situation ist man immer wieder gezwungen die dargestellten Ereignisse zu reflektieren. Die Art und Weise der Erzählung und die Tatsache, dass die Orte des Geschehens in Deutschland spielen, machen jede Situation zwischen den beiden glaubwürdig - ganz, als hätten zwei Personen unabhängig voneinander ihrem Tagebuch detailliert erzählt, was sie erlebt haben. Gespickt mit viel Vorurteilen und Stereotypen, mit denen sich sowohl die Frauen- als auch die Männerwelt herumschlagen müssen, liest sich der Roman unkompliziert und auch unspektakulär. Es kommt während der Handlung keine echt Spannung auf. Man fiebert nicht mit den Protagonisten mit. Und dennoch hat man das Gefühl, dass die Geschichte einen völlig für sich einnimmt, so dass man am Ende doch immer wieder die eine wichtige Frage beantwortet haben möchte: Werden Mark und Luisa wirklich den Weg vor den Traualtar finden?


Fazit:
Für mich ist "Wer ins kalte Wasser springt, muss sich warm anziehen" kein Roman, den man unbedingt einmal in seinem Leben gelesen haben muss. Er hat durchaus Unterhaltungswert, wenn man sich auf seine interessante Schreibweise einlässt. Mehr als einmal hatte ich einen kleinen "Aha-Effekt", wenn ich Orte aus meinem Leben oder Umfeld wiedererkannt habe oder aber mich in bestimmten dargestellten Situationen wiederentdeckte. Dennoch haut mich das Buch nicht von Hocker, wie man so schön sagt. Es fehlt der gewisse Kick, der Anreiz zum Weiterlesen, den ich gerne bei einem Roman habe. Für einen unkomplizierten Leseabend, an dem man einfach abschalten und nett unterhalten werden möchte, ist der Roman jedoch genau das richtige. Immerhin sind die trüben Herbstabende manchmal sehr lang - da benötigt man ab und an auch einmal eine ruhige Leselektüre, die nicht das Herz zum klopfen und das Blut vor Aufregung in Wallung bringt. So bekommt der Roman von mir gnädige 3 von 5 Sterne. 



Vielen lieben Dank an Blogg dein Buch und blanvalet für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen