Freitag, 21. März 2014

Rezension: Hansetochter von Sabine Weiß


Es leben die Semesterferien! Trotz Arbeit habe ich endlich mal wieder die Zeit gefunden, mich den schönen Dingen im Leben zu widmen und es tatsächlich geschafft ein ganzes Buch zu lesen! Okay, ich gebe es zu... ein Buch zu lesen ist in der Tat nicht DIE Leistung schlechthin. Doch ich bin stolz auf mich: Ich habe es seit langem geschafft ein ganzes Buch zu Ende zu lesen. Und das will bei der begrenzten Zeit schon was heißen. Wie gut, dass es da die langen S-Bahnfahrten und schnöden Fernsehprogramme gibt, bei denen man lieber zum Buch greift, als aus dem Fenster zu starren oder sich über schlechte Filme zu ärgern. Heute möchte ich also ein paar Worte zu dem historischen Roman "Hansetochter" von Sabine Weiß loswerden, der mich in den letzten Wochen vom Norden Deutschlands im 14. Jahrhunderts träumen ließ.




Rahmendaten:
Autorin: Sabine Weiß
Verlag: Bastei Lübbe
Seiten: 588
ISBN: 978-3-404-16887-3

Zum Inhalt:

Wir schreiben das Jahr 1375. Henrike lebt in Lübeck, ist Tochter eines angesehenen Kaufmanns. Als dieser eines Tages stirbt, bricht ihre gesamte Welt über ihr zusammen. Plötzlich ist ihr ungeliebter Onkel der Vormund ihres Bruderes und von ihr und bringt das gesamte hart erarbeitete Geschäft ihres Vaters durcheinander. Zudem wird Henrike einfach nicht den Verdacht los, dass mehr hinter dem Tod ihres Vaters steckt, als sie denkt...

Zur Autorin:

Sabine Weiß studierte Germanistik, Geschichte und Erziehungwissenschaften, bevor sie sich dem Schreiben von historischen Romanen widmete. 2007 erschien ihr erster Roman über die Wachskünstlerin Marie Tussaud, dem gleich zwei weitere folgten. Auf den Spuren ihrer Figuren zu reisen und direkt vor Ort an den verschiedenen Schauplätzen zu recherchieren, ist für Sabine Weiß das Schönste. Für "Hansetochter" zog es sie in ihre Heimat - den Norden Deutschlands.



Rezension:
Die ersten Seiten des Romans konfrontierten mich sofort mit einer spannenden Situation, in der sich die Hauptfigur Henrike befand. So tauchte ich prompt tief in ihre Welt ein und erlebte Lübeck im 14. Jahrundert beinahe hautnah. Doch nach dem spannenden Auftakt zog sich die weitere Handlung eher mühsam und etwas zäh über die Seiten hin. 
Neben Henrike und ihrer Familie, lernte ich das Handwerk und den Handel in dieser Zeit näher kennen - beinahe mit allen seinen Facetten. Das hier wohl über einige Details gut recherchiert wurde, steht für mich außer Frage. Tatsächlich stieß ich aber immer wieder auf Stellen im Buch, die mich für einen Moment aus der eigentlichen Geschichte wieder hinaus rissen, in dem mir Begriffe, die typisch für diese Zeit waren, auf subtile Art und Weise erklärt wurden. Gerade zu Beginn hatte ich das Gefühl, dass ich ein gut verpacktes Lehrbuch vor mir hatte, welches mich über die damalige Zeit in der Hanse aufklären wollte. Doch je tiefer ich in die Geschichte von Henrike eintauchte, desto mehr wollte ich erfahren wie es ihr erging. Nach dem ihr Vater auf tragische Weise ums Leben kam, sah sich diese nämlich einigen Wirrungen und Intrigen ausgesetzt, denen sie trotze. Mit viel Sympathie führte mich Henrike weiter durch ihre Welt und ließ mich an ihren Entscheidungen teil haben. Doch die Spannung, die gleich zu Beginn des Romans aufgebaut wurde, wollte auch im Laufe der Geschichte nicht wieder so stark aufleben, so dass ich letztlich das Gefühl hatte, lediglich eine interessant geschriebene Lebensgeschichte vor mir zu haben. War ich jedoch schon mal in dieser Welt, so wollte ich auch nicht mehr so schnell hinaus. Hatte ich mich einmal an die teilweise etwas plump beschriebenen Begriffsklärungen gewöhnt, so wollte ich unbedingt wissen, was noch alles auf Henrike zukam. Überraschende Wendungen gab es leider nicht, dafür wurde ich mit glücklichen Fügungen und letztlich auch einem guten Ende belohnt.



Fazit:

Dass der Roman von Sabine Weiß nett geschrieben ist und gut recherchiert wurde, ist für mich glasklar. Doch ich vermute, dass gerade die penible Recherche die Geschichte und die Handlung um Henrike und ihr Schicksal ein wenig zerstörte. Mir fehlten schlichtweg ein paar überraschende Wendungen oder ein Spannungsbogen, der diese Geschichte interessanter hätte gestalten können. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei "Hansetochter" um einen guten historischen Roman, der dem Leser mit Leichtigkeit begegnet und sich an lauen Frühlingsabenden schnell weg liest. Deshalb vergebe ich dem Roman gut gemeinte drei Sterne. 





Vielen lieben Dank an Blogg dein Buch und Bastei Lübbe für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Kommentare

  1. Hey meine Liebe ;)
    Ich glaube ich habe noch nie einen historischen Roman gelesen. Frag mich nicht, bisher einfach nicht mein Ding.
    Komisch eigentlich, da ich die Mittelalter-Epoche unheimlich faszinierend finde und auch Filme und Reportagen darüber gerne sehe...
    Benutzt du das lesezeichen gern? Sie sind super hübsch, aber ich habe meine Erfahrungen gemacht, dass die in einer Tasche aus dem Buch fallen, und das Buch unschein große ähhhm Dellen bekommt...

    Lass dir liebe Grüße da
    Fühl dich gedrückt <3
    Mary // April28.de

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    1. Hallo liebe Mary,
      ich liebe historische Romane :) Meine Lieblings"autorin" ist da eindeutig Iny Lorenz - oder aber auch Ken Follett. "Die Säulen der Erde" sollte jeder mal gelesen haben. Kann ich dir nur empfehlen!
      Das Lesezeichen benutze ich wirklich sehr gern. Jedoch hat es wirklich den Nachteil, dass es ab und an in der Tasche wirklich einfach rauspurzelt - oder es in der S-Bahn plötzlich laut klirrt, wenn es beim Lesen im stehen herunter plumpst... Aber irgendwie fand ich es super passend zu dem historischen Roman, da es selbst etwas antikes an sich hat. Deshalb hatte ich es für das Buch gewählt. Da ich so viele schöne Lesezeichen habe, wechsle ich da immer ganz nach Belieben oder eben je nach Buch :)

      Ich wünsche dir einen tollen Start in das Wochenende!
      Liebste Grüße von mir,
      Sarah

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  2. Mir ist auch direkt das hübsche Lesezeichen aufgefallen. :D
    Auch wenn das Buch wohl einige Schwächen aufweist: ein bisschen neugierig hast du mich schon gemacht!

    Liebe Grüße,
    Jenni

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