Sonntag, 20. März 2016

Kleine Earl-Grey-Gugl und Lesestoff für graue Frühlingstage


Graue Sonntage sind einfach perfekt, um es sich mit einem guten Buch, einer Tasse Tee und selbstgebackenen Gugl gemütlich zu machen. Genau das war heute auch mein Plan, als ich in der Küche werkelte, den frischen Earl Grey aufkochte und den Teig für meine kleinen Mini-Gugl zusammenrührte. Es kann ja keiner wissen, dass mein geplantes Rezept für schöne Schwarztee-Küchlein nicht auf Anhieb funktionierte und die erste Ladung Gugl eher aussah wie matschige Sandkuchen... Und erst recht kann keiner wissen, dass einem beim Öffnen der Schranktür eine dicke Packung Nougat entgegenfällt, eine Art Kettenreaktion auslöst und letztlich eine große Flasche mit klebrig-süßem Sirup auf dem Küchenboden zersplittert, sodass einem nichts anderes übrig bleibt, als sich an Glasscherben zu schneiden und dem leckeren Sirup hinterherzuweinen. Interessanterweise habe ich trotz des grauen Wetters da draußen aber so gute Laune, dass ich mich nach dem Bodenschrubben sofort erneut an das Teiganrühren machte. Und so kann ich euch heute doch noch ein leckeres Rezept präsentieren. 



Die süßen Earl-Grey-Gugl haben einfach perfekt zu einem der vielen, vielen Romane gepasst, die ich in den letzten Wochen verschlungen habe. Wer ab und an bei meinem Instagram-Kanal vorbei schaut, hat bereits gesehen, dass ich so einige Bücher seit Mitte Januar ausgelesen habe. Das wiederum liegt schlicht und ergreifend an meinem unendlich langen Fahrtweg zur Arbeit, den ich mit einer der langsamsten Verkehrsmittel hier in Berlin zurücklege - der Straßenbahn. Nachdem ich mich die ersten Tage darüber ärgerte, dass auch die Aussicht aus der Bahn nicht gerade zum Träumen einlädt, schnappte ich mir ein Buch nach dem anderen, flüchtete mich in andere Welten und lernte einen interessanten Charakter nach dem anderen kennen. Doch bevor ich euch heute einen dieser Romane vorstellen möchte, verrate ich erst einmal das Rezept für die Earl-Grey-Gugl. Denn ganz ohne Küchlein geht es am Sonntag einfach nicht.


Neben einer Mini-Gugl-Form benötigt ihr lediglich folgende Zutaten für die kleinen Küchlein. Das Rezept reicht für 18 Gugl. Mein Tipp: Bereitet gleich die doppelte Menge zu, denn gerade beim Lesen sind die süßen Köstlichkeiten wirklich schnell verputzt...


Heizt den Ofen auf 180°C vor. Gebt Zucker und Margarine in eine Schüssel und rührt es gemeinsam cremig. Gebt dann das Ei, den frisch gekochten Schwarztee und das Mark der Vanilleschote hinzu und vermengt alles zu einer homogenen Masse. Anschließend mischt ihr das Mehl mit dem Backpulver, gebt es zu dem Tee-Gemisch und rührt alles gemeinsam zu einem glatten Teig. Verteilt danach den Teig mit einem Teelöffel auf eure Mini-Gugl-Form und backt ihn etwa 15 bis 18 Minuten im Ofen. Lasst die Gugl anschließend abkühlen, löst sie aus der Form und bestäubt sie vor dem Servieren mit etwas Puderzucker. Fertig ist die perfekte Sonntagsnascherei!



Zu dem Rezept inspiriert hat mich der Roman "Im Spiegel ferner Tage"* von Kate Riordan. Die Handlung beginnt im Jahre 1932 mitten in London, als die junge Alice einen Mann kennenlernt, von dem sie letztlich ungewollt schwanger wird. Um den guten Ruf der Familie nicht zu gefährden und die Schwangerschaft zu vertuschen, schickt Alice' Mutter sie auf das Gut Firecomb mitten auf dem Land in Gloucestershire. Dort hat Alice genug Zeit, den Geheimnissen des alten Anwesens auf die Spur zu kommen und die tragische Geschichte der ehemaligen Gutsherrin Elizabeth zu ergründen. Das Schicksal dieser Frau berührt Alice viel mehr als sie zunächst ahnt. Je mehr sie über die vergangene Zeit erfährt, desto mehr taucht sie hinein in die Geschichte des Ortes, des Hauses, in dem sie nun lebt und natürlich der Menschen, die dieses Anwesen einst bewohnt haben. Es geht um Liebe, um tragische Umstände und letztlich um zwei Frauen, die mehr verbindet als es den Anschein hat.


Die Geschichte um Alice hat mich sehr gefesselt. Ich bin vernarrt in den besonderen Stil, den Kate Riordan dem Roman verliehen hat; denn als Leser erfährt man nicht nur etwas von Alice' Gedanken und ihrem neuen Lebensabschnitt in Gloucestershire, sondern lernt auch Elizabeth kennen und erfährt nach und nach, welches Drama sich im vergangenen Jahrhundert an dem Ort abgespielt hat, in dem sich Alice vor den Blicken neugieriger Verwandter und Bekannter versteckt. Es ist eine Geschichte, die nicht mehr so schnell loslässt und die ich euch mit einem guten Gewissen weiterempfehlen kann. 




Und, welches Buch lest ihr gerade? Gibt es vielleicht einen Roman, den ihr mir auch gern weiterempfehlen könnt? Von Vorschlägen kann ich gerade nicht genug bekommen, denn die Fahrten zur Arbeit und wieder zurück werden absolut nicht kürzer ;)

Ich wünsche euch noch einen entspannten Sonntag! Lasst es euch gut gehen.


* Vielen Dank an den Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares. 

Kommentare so far

  1. Ich lese zur Zeit "Für alle Tage die noch kommen" und bisher gefällt es mir sehr gut. Kennst du schon "Honigtot"? Das Buch kann ich auf jeden Fall empfehlen.
    Deine Minigugl sehen sehr verlockend aus. Ich kann mir den Geschmack mit schwarzem Tee zwar gar nicht vorstellen, dies ist aber ein Grund mehr dein Rezept zu testen.
    Herzlichst Ulla

    AntwortenLöschen
  2. Also das klingt ja mal beides sehr interessant - die kleinen Gugl sehen wirklich richtig toll aus und das Buch macht echt Lust auf einen Lesenachmittag.
    Ich bin leider in letzter Zeit nicht mehr zum Lesen gekommen, aber jetzt liegt der nächste Schmöker für mich bereit, der heute nachmittag in Angriff genommen wird. Die geheimen Schwestern. Es geht um Amazonen ... ich bin gespannt ;)

    Liebe Grüße
    Elsa

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Sarah,
    was für wunderschöne Fotos :)
    Deine kleinen Gugls sehen köstlich aus, ich könnte jetzt glatt ein paar davon verdrücken. Vielen Dank dass du das Rezept dazu eingestellt hast.
    Ich lese momentan das Buch Krähenmutter, das ist ein Thriller der mich sehr fesselt.
    Liebe Grüße
    Silke

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Sarah,
    ich bekomme von deinen leckeren Gugl-Rezepten nicht genug:) Habe letzte Woche erst die mit Orange und Schokolade probiert - köstlich!
    Ich habe vor einer Woche ein tolles Buch, "Ein unmögliches Leben" von Andrew Sean Greer, ausgelesen, das mich sehr überrascht hat, da ich vorher nicht wusste, was mich erwartet. Kann ich nur weiterempfehlen.

    Liebe Grüße!
    Sophia

    AntwortenLöschen
  5. Die Mini ;-) Guglhupfe machen ihrem Name alle Ehre. Tolle Bilder, leckere Rezepte. Klasse. Liebe Grüße Birgit

    AntwortenLöschen

Alles und Anderes © . Design by FCD.