Sonntag, 19. Februar 2017

[Roadtrip durch Neuseeland] Sieben Tipps für einen Roadtrip durch Neuseeland


An diesem kühlen und grauen Februar-Tag ist es endlich soweit: Ich widme mich unserem größten Abenteuer aus dem letzten Jahr! Unseren Roadtrip durch Neuseeland haben die meisten von euch sicherlich über Instagram verfolgt und bereits den einen oder anderen Einblick unserer Reise erhaschen können. Doch dieser kleine Einblick ist nichts gegen die gewaltigen Eindrücke, die wir in den Wochen am anderen Ende der Welt in uns aufgesogen haben. Ausgestattet mit einem Campervan, düsten wir über die Nord- und Südinsel, fuhren vorbei an den unterschiedlichsten Landschaften, ließen uns die Sonne auf den Kopf scheinen und durch stürmische Winde die Haare zerzausen. Von unglaublich langen hellen Stränden, über steinige Küsten, grüne Wiesen mit grasenden Schafen über Eiswelten auf Gletscher oder Wanderungen durch Regenwälder haben wir einfach alles gesehen und erlebt. Meine Festplatte zerspringt förmlich an der riesigen Fotosammlung, die sich im Laufe der Zeit in Neuseeland angestaut hat. So fiel es mir auch absolut nicht leicht, einen passenden Einstieg zu finden, um euch von unserer Reise zu berichten. Denn ja: Ich möchte euch mitnehmen! Ich möchte euch in eine andere Welt entführen, euer Fernweh wecken und euch Tipps und Tricks auf dem Weg geben, falls ihr diese Traumreise einmal selbst antreten möchtet.


Genau deshalb starte ich heute auch nicht mit einem langatmigen Post über die Strecke, die wir in den insgesamt 21 Tagen in Neuseeland zurückgelegt haben, sondern möchte euch ein paar hilfreiche Fakten nennen, die ich selbst gern vor unserer Reise am Ende der Welt gewusst hätte. Diese Tipps werden von einigen unterschiedlichen Aufnahmen aus unserer Reise unterstrichen - non Nord nach Süd, über Bergen bis zum Meer, über Wälder und Steppen ist alles dabei, was wir auf unserer Tour gesehen und gespürt haben und zeigt euch die Vielfältigkeit des Landes.



Tipp 1: Nehmt euch Zeit
Für unsere Reise über die beiden Inseln Neuseelands haben wir uns drei Wochen Zeit genommen - zu wenig, wie sich am Ende herausstellen sollte. Wir wollten möglichst viel vom Land sehen und waren damit jeden Tag unterwegs und legten teilweise auch zu viele Kilometer zurück, sodass man im Grunde nicht zum Verschnaufen kam. Jede Nacht verbrachten wir deshalb auch auf einem anderen Campingplatz. Natürlich genossen wir jede Minute am anderen Ende der Welt, doch letztlich hätte ich mir gewünscht, auch mal zwei Tage hintereinander am gleichen Ort aufzuwachen und versteckte Ecken und Winkel zu entdecken, die vorher vielleicht nicht eingeplant waren. Wer also den Luxus hat, mindestens vier oder fünf Wochen in Neuseeland zu verbringen, der sollte sie definitiv ausnutzen. 



Tipp 2: Die Führerschein-Übersetzung
Als wir zu Beginn unserer Reise unseren Campervan bei Maui abholten, traten sofort unerwartete Kosten auf uns zu. Um Neuseelands Straßen unsicher machen zu können, benötigt man nämlich eine Übersetzung des Führerscheins - eine Tatsache, die wir zuvor nicht wussten. So saßen wir also bei der Autovermietung und mussten zusätzlich knapp 60 ND auf den Tisch legen, damit unser Führerschein binnen weniger Minuten übersetzt werden konnte. Fakt ist: Man kann nicht vorab zu Hause selbst seinen Führerschein für die Behörden übersetzen. Dies darf nur von zugelassenen Übersetzungsbüros in Neuseeland durchgeführt werden.


Tipp 3: Die optimale Route
Da ich sowieso schon gerade vom Campervan und Führerschein spreche, dann kann ich ja auch gleich an dieser Stelle ansetzen. Wie schon erwähnt, führte unsere Reise durch Neuseeland von Nord nach Süd. Da die meisten Touristen diese "normale" Strecke wählen, haben viele Vermietstellen Probleme, ihre Fahrzeuge wieder zurück zum Ausgangspunkt zu bekommen - immerhin reist man meist One-Way. Genau aus diesem Grund bieten einige Auto- und Wohnmobilvermietungen einen entsprechenden Rabatt, wenn man genau die entgegengesetzte Route wählt. Die bessere und deutlich preiswertere Route ist demnach von Süd nach Nord.



Tipp 4: Wanderschuhe
In unserem Koffer befanden sich bereits bei der Einreise in Neuseeland natürlich auch Wanderschuhe, denn immerhin lernt man so die vielfältigen Landschaften vor Ort einfach am besten kennen. Dass die Wanderschuhe jedoch bereits am Flughafen in Auckland einige Fragen aufwarfen, wussten wir vorab nicht. Nach einigen Sicherheitschecks gelangt man in Neuseeland nämlich zum Biosicherheitscheck. Dort wird man neben Waffen, illegalen Substanzen oder Lebensmitteln im Koffer auch danach befragt, ob man bereits benutze Wanderschuhe bei sich trägt. Wenn man dies bejaht und auch nicht eindeutig sicherstellen kann, dass die Schuhe blitzblank geputzt sind, passiert das vor Ort. Ja, ihr lest richtig. Noch am Flughafen öffneten wir also unsere Koffer und kramten die Wanderschuhe hervor, die von einem freundlichen Sicherheitsbeauftragten gereinigt wurden. Erst danach konnten wir offiziell in Neuseeland einreisen.



5. Gewappnet für jedes Wetter
Neuseeland überrascht einen immer wieder. Doch nicht nur die Natur ist etwas Besonderes, auch das Wetter hat so seine Tücken. Wir reisten Mitte November bis Mitte Dezember quer durch das Land und haben so ziemlich jedes Wetter mitgenommen, was es gibt. An manchen Tagen überraschten uns sowohl der herrlichste Sonnenschein, stürmischer Wind und kurze Regenschauer gleichermaßen. Dass man deshalb eine passende Wetterjacke sowie praktische Outdoorkleidung mit sich führen sollte, ist mein nächster Tipp. Mehr als einmal war ich unglaublich dankbar, dass wir unseren Campervan immer in der Nähe hatten, sodass man sich nach einem starken Regenguss problemlos auch wieder trockene Kleidung überziehen konnte.


6. Kreditkarte 
Noch vor unserer Reise entschieden wir uns dazu, jeweils eine Kreditkarte unserer Hausbank anzufordern und diese mit einem gewissen Limit auszustatten. Das sich das im nachhinein als die genau richtige Entscheidung herausstellte, zeigte sich bereits in den ersten Tagen auf der Nordinsel. Denn unsere gängige EC-Karte, die eigentlich laut verschiedener Reiseveranstalter durchaus nutzbar wäre, wurde in keinem Geschäft akzeptiert. Die Visa-Card, Mastercard und American Express konnten wir dagegen fast uneingeschränkt überall nutzen. Der Vorteil der Visa-Card liegt bei der Bargeldabhebung, denn dort mussten wir an bestimmten Automaten keine Gebühren bezahlen. Informiert euch also am besten vorab, welche Zahlungsmethode für euch die passende ist.



Tipp 7: Teleobjektiv nicht vergessen!
Vor unserer Reise ans Ende der Welt überlegte ich hin und her, ob ich mir dafür extra ein neues Objektiv anschaffe. In meinem Equipment zur Canon 6D befanden sich die Canon-Objektive 50mm/1.4 und 24-70mm/4.0. Vorab grübelte ich darüber, ob ich mir entweder noch ein ordentliches Weitwinkelobjektiv zulege oder aber ein passendes Teleobjektiv. Beides wäre absolut nicht im Budget gewesen. Letztlich konnte ich mich nicht für eine der beiden Optionen entscheiden und bin mit meiner normalen Ausstattung nach Neuseeland gereist. Dass das letztlich Glück im Unglück war, sollte sich bereits am zweiten Tag auf der Nordinsel herausstellen. Dort fiel mir nämlich meine geliebte Festbrennweite aus geringer Höhe auf den Boden und hakte von da an beim Fokussieren von Objekten im geringen Abstand. Für mich war das eine absolute Katastrophe. Allein die Vorstellung, ohne meine Festbrennweite unsere Reise fortzusetzen, war für mich ein Weltuntergang. Deshalb entschied ich mich noch vor Ort ein neues Objektiv zu kaufen - wieder die 50-mm-Festbrennweite, doch dieses Mal die Canon EF 50mm/1:1,2 L. So war es also ganz gut, dass ich mein Konto nicht schon vor der Reise extrem belastet hatte. Letztlich merkte ich aber sehr schnell, dass ich ein Objektiv doch sehr vermisste: Ein Teleobjektiv. In Neuseeland gibt es so viele einzigartige Tiere, die man aus der Ferne erspähen kann. So viele ungewöhnliche Augenblicke, die man zwar mit den Augen sehen kann, aber schlecht mit einer Festbrennweite oder dem maximalen Zoom von 70mm festhalten könnte. Deshalb mein letzter Tipp, um eure Reise auf Fotos optimal festzuhalten: Überlegt euch vorab genau, welche Objektive ihr mitnehmen wollt. Für mich würde das nächste Mal definitiv ein Teleobjektiv mit mindestens 200mm mitreisen, so viel steht fest. 



Und, wie hat euch der kleine erste Einblick in unsere Neuseelandreise gefallen? Gern möchte ich euch in den nächsten Wochen immer wieder von schönen und spannenden Momenten am Ende der Welt berichten. Auch das eine oder andere Rezept habe ich euch mitgebracht! Da ist das Fernweh vorprogrammiert, versprochen.

Bis dahin wünsche ich euch erstmal noch einen herrlichen Sonntag. Lasst es euch gut gehen.

Kommentare

  1. Antworten
    1. Daaanke Claudi! Das mache ich doch sehr sehr gern :)

      Liebst Grüße sende ich dir,
      Sarah

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  2. Bitte, bitte, bitte mehr davon! :) Ich war ja auch schon mal in Neuseeland und reise durch deine Bilder gedanklich liebend gerne dahin zurück.

    Meine Wanderschuhe mussten damals nicht extra gereinigt werden, das hatte ich daheim schon gemacht und die Schuhe selbst hatte ich am Fuß. So musste ich nur kurz die Schuhsohlen zeigen und konnte weiter gehen. Übrigens finde ich diese Schuhkontrolle sehr, sehr gut. Denn so will Neuseeland verhindern, das fremde Gräser und Samen eingeschleppt werden die das empfindliche Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen (wie es leider durch den eingeschleppten Ginster schon passiert ist...)

    Einen schönen Sonntag wünsche ich!
    nossy

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    1. Hallo liebe Nossy,
      vielen Dank! Die Bitte nach mehr davon kann ich hoffentlich erfüllen ;) Die Festplatte ist voll und meine Gedanken kreisen schon um den nächsten Beitrag. Du kannst dich also überraschen lassen.

      Hätte ich das vorher mit den Schuhen gewusst, hätten wir sie wahrscheinlich auch gleich gereinigt. Aber so verbrachten wir eben noch ein paar Minuten länger am Flughafen, bevor wir uns ins Abenteuer Neuseeland stürzen konnten. Die Absicht dahinter verstehe und respektiere ich natürlich vollkommen. Wenn es um das Wohl der Natur und deren Arterhaltung geht, trage ich gern meinen Teil dazu bei. Ich fand es ja auch immer wieder interessant, dass man in vielen Teilen Neuseeland auch seine Schuhe putzen sollte, bevor man in die Wälder wanderte. Das ist einfach eine Tatsache, die ich bis dato noch in keinem anderen Land erlebt hatte. Vielleicht kennst du noch weitere Beispiele? Das würde mich ja auch mal sehr interessieren!

      Allerliebste Grüße sende ich dir. Hab einen schönen Sonntag,
      Sarah

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    2. Ich habe auch noch nicht gehört das woanders ebenfalls so penibel agiert wird. Schade aber eigentlich, da so eine Regelung sicher auch in anderen Ländern und Regionen nützlich wäre. ^^

      Hab eine schöne Woche!
      Lieben Gruß, nossy

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    3. Ich halte mal die Augen und Ohren offen. Vielleicht hat sich ja ein anderes Land an dieser Vorgehensweise bereits ein Beispiel genommen, wer weiß? Lassen wir uns überraschen.

      Ich wünsche dir ebenfalls noch eine schöne Woche.
      Beste Grüße,
      Sarah

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  3. Danke für den tollen Einstieg mit den guten Tipps. Ich werde in nächster Zeit nicht nach Neuseeland reisen, aber vielleicht meine Tochter. Ich hebe es mal für das Rentenalter auf, dann klappt es auch mit den 5 Wochen. Haha!!!!
    Deshalb freue ich mich jetzt erstmal auf deinen Reisebericht.

    Liebe Grüße
    Heidrun

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    1. Hallo Heidrun,
      vielen Dank! Es freut mich sehr, dass ich mit dem Beitrag schon mal einen guten Einstieg gefunden habe. Und mit der Reise nach Neuseeland im Rentenalter gehe ich total mit ;) So viel Zeit zu haben, wäre dafür einfach wunderbar!

      Hab noch einen schönen Montag.
      Liebste Grüße,
      Sarah

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  4. Ich würde ja auch gerne mal hin. Aber ich bin noch unsicher wann und ob das passiert. Der Flug nach Japan damals war schon so ewig lang...
    Das mit der Schuhkontrolle finde ich echt witzig. Hätte ich gar nicht erwartet, dass das gemacht wird. =D

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    1. Hallo Daniela,
      du hast recht - der Flug ist wirklich lang... Ich kann dir da nur den Tipp geben, dass du auf dem Hin- und Rückflug zwei Tage Aufenthalt in Singapur einplanst - so kommt man mit dem Jetlag besser klar. Zumindest ging es uns selbst auf dem Hinflug so, da waren wir zwei Tage auf Familienbesuch dort. Die Rückreise sind wir Non-Stop angetreten, was extrem geschlaucht hat... Sollten wir diese Reise nochmal antreten, würden wir noch einmal diese Pause einrechnen, eindeutig :)

      Liebste Grüße sende ich dir,
      Sarah

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  5. liebe sarah,
    ich stieß gerade zufällig auf deinen reisebericht (BLOGST sei dank). um ehrlich zu sein bin ich aus europa noch nie herausgekommen und auch häufig etwas reisevorbereitungsfaul. da liest sich deine zusammenstellung an wirklich handfesten und getesteten reisetipps ganz wunderbar. sollte ich also mal nach neuseeland wollen, komme ich wieder her und beherzige deine tipps und stöbere in den tollen bildern. hier geht's jetzt erstmal auf die lofoten.
    herzlich, anja

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    1. Liebe Anja,
      das ist so lieb - vielen lieben Dank! Ich hoffe sehr, das du den Schritt irgendwann mal nach Neuseeeland gehst. Es ist einfach ein Land, was ich tatsächlich in seiner Vielfalt so noch nirgends gesehen habe.
      Und übrigens: Ich musste jetzt glatt mal nach "Lofoten" googeln ;) So gut kenne ich mich also aus... Asche auf mein Haupt. Aber Skandinavien steht eindeutig auch noch oben auf meiner Muss-Ich-Gesehen-Haben-Liste. Mal sehen, was die nächsten Jahre so mit sich bringen, nicht wahr?

      Hab noch einen schönen Mittwoch.
      Liebe Grüße,
      Sarah

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